GmbH oder Limited4. Haftung mit dem Privatvermögen Nach den Bestimmungen zum wrongful trading ist ein director (entspricht dem GmbH-Geschäftsführer) grundsätzlich haftbar, wenn er wusste oder hätte wissen müssen, dass eine vernünftige Chance besteht, die Insolvenz der Gesellschaft zu vermeiden und er nicht jeden Schritt unternommen hat, um die Nachteile für die Gläubiger zu minimieren. Der director kann die persönliche Haftung nur abwenden, wenn er das Gericht davon überzeugt, dass er alle Schritte unternommen hat, um mögliche Verluste der Gesellschaftsgläubiger zu minimieren. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der Hinweis der Rechtsprechung, dass die Vorhersehbarkeit der Insolvenz unter Umständen bereits ab dem Zeitpunkt der Gründung der Gesellschaft bestehen kann, wenn diese eindeutig unterkapitalisiert ist. Die Durchgriffshaftung auf die Gesellschafter einer Limited kann dann zum Tragen kommen, wenn diese an einem wrongful oder fraudulent trading beteiligt sind. Der tatsächliche Eintritt der Insolvenz ist dafür nicht in jedem Falle erforderlich. Aus Sicht des mittelständischen Unternehmens kann festgehalten werden, dass trotz des Fehlens eines Mindestkapitalerfordernisses bei der Gründung einer Limited für den director Haftungsrisiken in Zusammenhang mit einer unzureichenden Kapitalausstattung bestehen. Diese Gefahr besteht bei deutschen GmbH bedingt durch die gesetzlich festgelegte Mindestkapitalausstattung nicht. Allerdings kennt auch die deutsche Rechtsprechung insbesondere bei sogenannten Gesellschafter-Geschäftsführern die Durchgriffshaftung. |
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Die Durchgriffshaftung ( Durchgriffshaftung bedeutet, dass jemand persönlich und unbeschränkt haftet, obwohl die betreffende Gesellschaft eigentlich mit einer Haftungsbeschränkung ausgestattet ist) kann nach englischem Recht mitunter leichter durchgesetzt werden als nach deutschem Recht.